Auszeit auf der Wupper-Talsperre

14.5.2017

In den letzten Tagen habe ich immer wieder Überlegungen angestellt, wie ich schnell mit meinem Schaluchboot (Sevylor Colorado) aufs Wasser komme.

Aber irgendwas ist ja immer ……. Wetter, Zeit, Verpflichtungen etc. pp.

Da ich heute am Sonntag früh wach war, die Familie noch schlief und ich eh zu anderen Dingen keine Motovation hatte, setze ich es endlich in die Tat um.

Ich informierte mich noch kurz auf der Homepage des Betreibers über die Bedingungen und fuhr los. Da ich erst ab 10 Uhr meinen Obolus für das Befahren der Talsperre entrichten konnte, hatte ich auch keine Eile.

Boot und Zubehör gepackt und losgefahren.

Der Kioskbesitzer und eine Aufsichtsperson des Kanuclubs waren sehr nett und der Kaffee günstig. Es war ganz egal wo ich mein Boot Wassern wollte. An einem der Stege oder an der Rampe. Ich habe mich für die Rampe entschieden, da ich dachte dort sei das Einsteigen leichter-> Bein Nass 🙂

Also startete ich an der Kräwinkler Brücke gegen den leichten Wind.

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Natürlich, wie es sich gehört, mit Schwimmweste.

Meinen Stoffhut trug ich ebenfalls, was sich noch als gut herausstellen sollte.

Ich habe natürlich auch etwas vergessen, mein Brillenband. Da ich beim Segeln schon einmal eine teure Gleitsichtbrille verlohr, staute ich sie im (angebändseltem) Rucksach bei der Sonnernbrille.

Ich überlegte noch, ob es sinnvoll sei die Regenhose anzuziehen, aber wir hatten 18 °C und da befürchtete es würde zu warm werden. Umziehen auf dem Wasser ist ja auch nicht so ohne und anlanden darf man nur an den offiziellen Anlegestellen.

Also Los, 10 Schläge, Beine und Hose nass, Mist.
Ich hatte mich vorher extra noch einmal im Netz informiert, wie man „richtig“ paddelt. Ich denke ich habe es auch gut gemacht, weil es ging zügig voran. Egal, erstmal weiter.

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Irgendwann blieb ich auf dem See stehen und außer Vögeln hörte ich nichts, Herrlich.

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Und dann kam der DLRG mit seinen Motorboot-Ausbildungsfahrten vorbei. Nun gut sie müssen ja üben, was solls.

Hinter der nächsten Biegung war dann wieder Ruhe. Ich sah irgendwelche Wasserrattern oder Nutrias von weitem, Haubentaucher und Enten. Die Sonne kam ein wenig raus und ich war froh über meinen Hut, so hatte ich die Sonne nicht direkt in den Augen.

Als ich weiter fuhr bekam ich so langsam den Bogen raus, wie man so ein „Badeboot“ paddeln muß, damit die Beine trocken bleiben.

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Allerdings werde ich versuchen die Paddel um 20 cm zu verlängern, dann geht es für mich bestimmt besser.

An der Station Hammerstein, verschob ich den Sitz noch ein wenig.
Jetzt passte die Lehne besser und es war so ein wenig Komfort zu spüren.
Ab und an kam mal eine Böe über Wasser. Der Hut hielt meine viel zu langen Haare beisammen und blies sie mir nicht ins Gesicht, Danke.

Langsam wurden die Paddel schwer, ich machte ruhiger und ließ mich ab und an treiben.

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Ich genoß die Ruhe und das alleine sein.
Ich schaute den Wasservögeln zu und ließ mich von ein paar Gänsen beschimpfen.

Jetzt merkte ich auch langsam meine Arme, die scheinbar genug hatten. Da habe ich wohl nicht gut aufgepasst, denn ich mußte ja noch zurück…….

Das wußte wohl auch der Wind und hat mal eben die Richtung gewechselt – Grmpf.

Ich entschloß mich den mitgebrachten Apfel zu verspeisen und ein kleines Video zu machen.

Die Rückfahrt wurde dann doch um einiges schwieriger, irgendwie hatte ich nicht mehr die Ruhe es langsam angehen zu lassen und gab immer mal „Gas“. Dabei war ich auch mit ruhigem Paddeln gut gegen den Wind angekommen.

Ich hörte ein Blubern, wieso ein Loch, schoß es mir durch den Kopf, ich bin doch nirgendwo aufgesessen?
Es waren aber nur die kleinen Wellen, welche jetzt von vorne kamen und unter den Bug platschten.

Nach jeder Kurve freute ich mich schon die Ansicht der Krähwinkler Brücke zu sehen und somit den kommenden Ausstieg. aber immer stellte ich fest, es gibt noch eine Kurve. Ich war wohl weiter gekommen als ich dachte.

Der immer wechslseitig von vorne links und rechts kommende Wind machte es auch nicht unbedingt einfacher die avisierte Linie zu halten.

Apropos, ich bin nicht am Meckern, ich hatte viel Spass dabei, ist mir halt nur aufgefallen.

Dann kamm endlich die letze Kurve und die Ausstiegsstelle in Sicht———– und der Regen. Abermals war ich froh um meinen Hut und die Schwimmweste hielt den Rest auch halbwegs trocken, nach ca. 10 Minuten war ich dann an Land. Der Ausstieg an der Rampe ging besser als der Einstieg.

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Was mir auffiel:

Auch dieses Schlauchboot ist nicht mal eben ins Wasser geschmissen und nach her wieder weg gepackt.

Auch nach der Tour benötigt es doch eine gehörige Trocknungszeit, das kommt durch den Überzug den die Schläuche haben.

Wenn ich nicht soviel Zeit habe wie ich möchte (mußte noch wählen gehen) dann werde ich mir in Zukunft wohl lieber ein Kanu ausleihen.

Nach dem Paddeln ist das Boot gefühlt 3 X so schwer wie vorher….

Auf Seen zu paddeln ist auch ganz nett, vor allen Dingen, weil man nach der Tour wieder am Auto ist und nix hin und her schleppen muß um wieder zum Auto zu kommen.

Es ist aber auch deutlich schwerer,  als auf einem (selbst langsam fließenden) Fluß zu paddeln.

Mir gefällt eine Flußfahrt auch besser. Es sind nicht so große Flächen und hinter jeder Kurve wartet was Neues.

Der Rainer schleppt sein Boot ja auch immer durch die Bahn um zum Startpunkt  oder zurück zu kommen, das wäre mir echt zu viel. SCheut euch seine Bootstouren ruhig mal an.
Vielleicht brauche ich doch noch ein Packraft?
Nachtrag: Ich habe gerade noch kurz nachgesehen, Mein Colorado ist ca. 2,5 mal so schwer wie Rainers Twist 1. Das ist natürlich ein gehöriger Unterschied…….

Als ich hinterher auf Runtastic nachsah und bemerkte, dass das fast 9 Km waren, war ich echt überracht, ich hätte nicht gedacht das ich so weit schon schaffen würde in meinem untrainierten Zustand.
Gut, meine Schultern will jetzt auch keiner haben 😉

Ich hoffe ich komme demnächst nochmal dazu das Boot zu wässern. Die nächste planmäßige Ausfahrt, ist sonst erst wieder im Urlaub in Greetsiel.
Da möchte ich über die Siele fahren. Es gibt dort Siele, da konnte ich mit dem Fahrrad nicht lang, da dort kein Weg lang führt.

Noch kurz zum Boot, es ist für zwei Personen vorgesehen.
Mit meinem Bruder hatte ich es auf der Niers getestet. Das war auch nett.

Ich nahm einen Zweisitzer, weil ich gerne mal mit Campinggepäck einen Flus runter paddeln möchte und somit dann genug zuladen kann. Mal sehenob es jemals dazu kommt.

Das war die aufgezeichnete Tour:

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8 Kommentare zu „Auszeit auf der Wupper-Talsperre“

  1. > Aber irgendwas ist ja immer ……. Wetter, Zeit, Verpflichtungen
    Das kenn‘ ich … Glückwunsch, dass Du schon unterwegs warst, ich muss jetzt wirklich auch endlich mal aufs Wasser. Dienstag könnte es klappen, dass ich mal nachsehe, ob die Oker noch da ist 🙂

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  2. Fahr mal auf der Ruhr, kaum Strömung, kannst du in beide Richtungen fahren. Der beste Einstieg ist beim TVK in Essen-Kupferdreh. Da kannst du links (bergab) den Baldeneysee befahren oder rechts bis zum nächsten Wehr.
    Bei viel Wind ist der Baldeneysee für dein Boot nicht so gelungen, dann besser rechts fahren

    Gefällt 1 Person

    1. An die Ruhr dachte ich auch schon. Die Idee ist, so lange Bergfahrt wie ich kann und dann gemütlich wieder runter. Ich glaube sowieso das es mir auf Flüssen mehr Spass macht, da man auf großen Flächen das Gefühl hat nicht voran zu kommen. Ich werde Berichten….

      Gefällt 1 Person

  3. So, geschafft, am Mittwoch habe ich meine erste kleine Tour des Jahres gefahren.
    Das mit den nassen Beinen kennʼ ich, das Boot ist vorn offen, wegen größerer Höhe und Breite muss man das Paddel steiler führen, und wegen des miserablen Geradeauslaufs des Twist muss ich das Paddelblatt möglichst nah am Rumpf vorbei ziehen, also Paddel noch mal steiler halten. Ich habe immer nasse Beine, aber der Spaß istʼs Wert 🙂

    Gefällt 1 Person

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